Mit der Ente durch Paris – Eine unvergessliche Fahrt in einem 2CV

Eine Entenfahrt über die Boulevards und Avenues der französischen Hauptstadt gehört wohl zu den einprägsamsten Erlebnissen eines Paris Besuches. Ganz so abenteuerlich wie im James Bond Film „In tödlicher Mission“ geht es dann natürlich nicht zu. Wer schon mal mit diesem Oldtimer gefahren ist, weiss um seinen einzigartigen Charakter und um seine Launen und Macken. Doch gerade das macht die Ente zu einem Liebhaberauto mit einer treuen Fangemeinde, die sich regelmäßig zu Schaufahrten trifft.

In Frankreich ist der Kult um die „Deudeuche“ (wie die Franzosen das Auto liebevoll nennen) natürlich noch intensiver. 2002 wurde die Ente, die mit offiziellem Namen 2CV heisst, in Frankreich zum Auto des 19 Jahrhunderts gewählt. Das ist nicht verwunderlich, denn kein anderes Auto hat die Franzosen so geprägt wie die Ente. Für viele ist die „Deudeuche“ Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte und sie verbinden mit ihr Erinnerungen an die Jugend, die erste Reise, den ersten Kuss…

Ursprünglich war die 2CV das „Armeleute Auto“ schlechthin. Als man sie 1948 auf dem Pariser Autosalon zum ersten mal der Öffentlichkeit präsentierte, wurde sie sogar belächelt und als „hässliches Entlein“ bezeichnet, worauf der Spitzname „Ente“ zurückzuführen ist. Das diese Bezeichnung in Deutschland später mal ein Eigennamen werden würde hätte damals niemand gedacht. Zwischen 1948 und 1990 gingen 3,8 Millionen Fahrzeuge vom Band, sowie 1,2 Millionen sogenannte „Kastenenten“

(Lieferfahrzeuge) was diesen Oldtimer zu Citroëns meist verkauften Auto macht.

Eine Fahrt mit diesem kultigen Oldtimer ist nicht nur etwas für Autoliebhaber. Auf der gemütlichen Rückbank sitzend und mit einer Flasche Champagner am funkelnden Eiffelturm vorbei zu fahren, ist bestimmt die beste Art, Paris von seiner schönsten Seite zu entdecken. Das gemütliche Schaukeln der Ente und das typische Motorengeräusch tragen ganz besonders zu diesem romantischen Gefühl bei. Dazu macht das Rolldach einen großen Teil des Reizes aus. Bei offenem Verdeck über den Hügel von Montmartre zu fahren ist eine regelrechte Zeitreise und wird selbst bei Erstbesuchern nostalgische Gefühle wecken.

Paris ist die Stadt in Frankreich, wo es heute am meisten Enten gibt. Dies liegt daran, dass sie ein beliebtes Fahrzeug für Stadtrundfahrten geworden ist. Neben zwei größeren Unternehmen die klassische Routen anbieten, gibt es noch kleine selbständige Chauffeure, die Ihre Autos hegen und pflegen und besonders individuelle Stadtrundfahrten leisten. Einer dieser Lebenskünstler ist Romain, ende zwanzig und mit einem besonderen Talent seinen Gästen die geheimnisvollsten und verwunschensten Ecken der Stadt zu zeigen. Als gelernter Schauspieler macht er aus seinen Touren eine regelrechte Show und kennt sowohl im Marais als auch im Quartier Latin jede noch so kleine Gasse, durch die manchmal auch nur eine Ente durchpasst. Romain lässt sich auf jeden Wunsch ein, ob Champagner, Picknick oder eine musikalische Begleitung. Auf Wunsch und wenn die Chemie passt, fährt er seine Gäste sogar in eine der letzten 2CV Garagen in Paris, wo es zum Abschluss noch einen „Apéro“, einen typisch französischen Umtrunk gibt.

Die Ente heißt übrigens Clémentine, passend zu ihrem Kostüm.

Die Stadtrundfahrten in dem französischen Oldtimer sind buchbar ab 1 Stunde, für einen Kurzgenuss. (1 bis 3 Personen), oder aber Sie können sich eine 4-stündige Stadtrundfahrt durch Paris mit anschließender Wein – und Käsedegustation gönnen. Für Romantiker haben wir noch einen Trumpf in der Hand – einfach nachfragen!

Fotos von candidcameraman

2016-10-28T15:29:13+00:00