Hier lernt man Paris wie eine Pariser kennen – Städtereisen

Ein Artikel aus der „Welt“:
12.11.16
Restaurant in Paris

Hier lernt man Paris wie ein Pariser kennen

Keine Lust auf Eiffelturm und Louvre? Der City-Guide „Ma Vie à Paris“ führt an Orte abseits der Touristenballungsgebiete, die dafür bei Parisern sehr beliebt sind. Wir stellen zehn Tipps daraus vor.

„Ma Vie à Paris“ ist ein Reiseführer der anderen Art
Foto: Dietgard Stein„Ma Vie à Paris“ ist ein Reiseführer der anderen Art


Zwei Jahre haben die Autoren Telefonnummern und Adressen zusammengetragen, um ihr ultimatives Paris-Kompedium fertigzustellen. Er arbeitet sich nicht an Sehenswürdigkeiten an, sondern schlägt Orte vor, wie sie die Pariser selbst gerne und oft besuchen. Darunter Cafés und Museen, aber auch Akupunkteure und Zahnärzte oder Anwälte. Uns haben Benoît Astier de Villatte und Ivan Pericoli ihre zehn liebsten Orte aus dem Buch vorgestellt.

1. Show: „Chez Michou“

Ein 80-jähriger Mann in elektrisierendem, blauen Satin-Jackett betritt die Bühne – es ist Michou, der seit 1968 die Zuschauer in seinem Cabaret begrüßt und durch eine eindrucksvolle Travestie-Show begleitet. Beim Dinner werden die Gäste von den so genannten Michettes bedient und können sich über parodierte Songs, die von als Frauen verkleideten Männer gesungen werden, amüsieren.

Zu finden: 80 Rue des Martyrs, 18. Arrondissement

2. Restaurant: „La Tour d’Argent“

Nach einem Aperitif im großen Salon im Erdgeschoss wird man zu einem Aufzug geführt, der einen zum obersten Stockwerk fährt. Vor allem in den Abendstunden betritt man einen Raum, der durch das silberne Besteck und Kronleuchter auf den Tischen in warmem Licht erstrahlt. Durch große Fenster kann man ein prächtiges Spektakel zu seinen Füßen betrachten: Paris schillert in der Nacht und die Seine glitzert wie ein Fluss aus Diamanten. Die Sterneküche serviert in Perfektion ausgearbeitete Speisen wie Entenbrust in Blaubeer-Feigen-Sauce oder Steinbutt auf Pilzcarpaccio mit Artischocken und Wildhaselnuss-Vinaigrette.

Zu finden: 15 Quai de la Tournelle, 5. Arrondissement

3. Café: „Café Kitsuné“

Im malerischen Palais Royal gelegen gehört das modern eingerichtete Café mit seinen feinen Kaffeespezialitäten zu einem Treffpunkt vieler junger Pariser. Neben Kaffee werden hier frische kaltgepresste Säfte und glutenfreier Kuchen angeboten.

Zu finden: 51 Galerie de Montpensier, 1. Arrondissement

4. Patisserie: Toraya

Eine wahre Besonderheit stellen die Gebäcke der traditionellen japanischen Patisserie „Toraya“ dar. Vor luxuriösem, puristischem Design werden außergewöhnliche Spezialitäten präsentiert. Variationen wie „Yokan“, ein süßes Gelee aus der Adzuki-Bohne mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, oder „Monaka“, eine Art Waffelkeks in der Form einer Blume gefüllt mit cremiger Marmelade, gehören zum exquisiten Sortiment.

Zu finden: 10 Rue Saint-Florentin, 1. Arrondissement

5. Museum: Musée Picasso

Erst seit Kurzem hat das Musée Picasso nach jahrelangen Renovierungsarbeiten wieder eröffnet. Hier können aber nicht nur Picassos eigene Kunstwerke, sondern auch die anderer großer Künstler wie Henri Rousseau, Matisse und Corot bestaunt werden.

Zu finden: 5 Rue de Thorigny, 3. Arrondissement

6. Buchladen: Shakespeare & Company

Jeder, der sich für Literatur und Theater begeistern kann, ist im Buchladen von Sylvia Beach Whitman genau richtig. Sie hat den Laden von ihrem Vater übernommen und begrüßt täglich Menschen aus aller Welt, die neugierig zwischen den Regalen stöbern. Hin und wieder führen Vorlesungen in bezaubernde Welten, und sonntags kann man sich in der gemütlichen Buchhandlung zum Nachmittagstee verabreden. Nicht zuletzt findet man hier die größte Sammlung an englischsprachigen Gedichten in Paris.

Zu finden: 37 Rue de la Bûcherie, 5. Arrondissement

7. Schokolade: Michel Chaudun

Auch ein Besuch in einer Chocolaterie darf in Paris keinesfalls fehlen. Alle Liebhaber der Kakaobohne sind nirgends besser aufgehoben als im feinen Schokoladenparadies von Michel Chaudun. In Qualität und Verarbeitung geht der Franzose keine Kompromisse ein. Er zeichnet sich durch seine Trüffel mit cremiger Ganache, Pralinen und Schokoladen aus, die es nur in seinem Laden auf der Rue d l’Université gibt.

Zu finden: 146 Rue de l’Université, 7. Arrondissement

8. Schmuck: White Bird

Im 1. Arrondissement, einem der ältesten Stadtviertel von Paris, liegt die einzigartige Boutique von White Bird, die ein Angebot an Schmuck von verschiedenen unabhängigen Designern bietet. Auch die mittlerweile bekannt gewordenen ineinander laufenden goldenen Ohrringe und Armreifen der Schmuckdesignerin Charlotte Chesnais sind bei White Bird erhältlich.

Zu finden: 38 Rue du Mont Thabor, 1.Arrondissement

9. Zeichnen: Academie de la Grande Chaumiere

Nirgends kann man wohl besser Zeichnen lernen oder sein bisheriges Wissen weiter ausbauen als bei einem Zeichenkurs mit echtem Modell. Der Workshop der Academie de la Grande Chaumiere kann ohne Voranmeldung an allen Wochentagen außer sonntags besucht werden. Alles, was benötigt wird, sind 18 Euro für die Teilnahme, Papier, Stifte und ein genauer Blick. Eine sicherlich besondere Erfahrung.

Zu finden: 14 Rue de la Grande Chaumière, 2.Arrondissement

10. Geschenke: Astier de Villatte

Vollkommen in Paris angelangt fühlt man sich zwischen der edlen Keramik, den duftenden Kerzen, prächtigen Blumensträußen und dem klassischen Interieur des Ladens von Astier de Villatte. Die beiden Autoren Benoît Astier de Villatte und Ivan Pericoli verkaufen unter ihrer Marke Kleinigkeiten und Geschenksartikel, die den Pariser Charme in sich tragen. Nicht nur die Liebe zum Detail ist das, was die beiden Herren verbindet, es ist auch dieser Hauch von Nostalgie, der sich in jedem ihrer Produkte befindet.

Zu finden: 16 Rue de Tournon, 6. Arrondissement

http://www.welt.de/icon/unterwegs/article159313325/Hier-lernt-man-Paris-wie-ein-Pariser-kennen.html

2016-11-18T14:15:31+00:00