5 Orte die man im Marais gesehen haben muss.

Das Marais gehört zu den faszinierendsten Orten in Paris. Neben seinem Reichtum an historischer Bausubstanz und den vielen Anekdoten aus der französischen Geschichte ist es auch eine Stadt in der Stadt in der sich die verschiedenen soziale Gruppen und Kulturen kreuzen. So liegen das jüdische- und das Schwulenviertel nur einen Steinwurf von einander entfernt und man findet innerhalb eines Häuserblocks sowohl Luxus Galerien, als auch typische kleine Pariser Bistro´s. Heute möchten wir euch ein Paar besonders nette und authentische Cafés und Restaurants empfehlen, die den vielseitigen Charakter des Viertels widerspiegeln.

montecao

Le Montécao

17 rue St Paul

geöffnet von 09h30 bis 21h30 (dienstags geschlossen)

Etwas abseits von den Touristenströmen gelegen, befindet sich das Montécao, eines der gemütlichsten Cafés der ganzen Stadt. Es liegt versteckt inmitten des village Saint Paul, das aus mehreren gut erhaltenen Innenhöfen besteht, die Miteinander verbunden sind und in denen man etwas Entspannung vom Trubel der Stadt findet. Es ist vor allem die Location, die dieses Café besonders attraktiv macht. Im Village Saint Paul befinden sich viele Trödel- und Designläden und am Wochenende sogar ein richtiger Trödelmarkt der zum bummeln einlädt. In der rue des jardins de Saint Paul, dem westlichen Ausgang befindet sich der längste Teil der ehemaligen Stadtmauer aus dem 13 Jahrhundert; die „enceinte de Philippe Auguste“. Sie wurde zwischen 1190 und 1210 aufgerichtet und ist nur noch an wenigen Orten in Paris zu sehen.

le dinon en laisse

Le Dindon en laisse

18 rue Beautreillis

Täglich von 17h00 bis 02h00 nachts (Essen bis Mitternacht)

Wer ein ruhiges und gutes Restaurant zum Abendessen sucht, sollte in die rue de Beautreillis gehen. Dort befindet sich das Restaurant „Le dindon en laisse“ (auf Deutsch : DerTruthahn an der Leine). Das Restaurant bietet ausgezeichnete französische Küche. Die Köchin arbeitet ausschließlich mit frischen Zutaten und wechselt ihre Karte fast wöchentlich. Dies ist der richtige Ort um etwas „gewagtere“ französische Gerichte auszuprobieren. Zum Beispiel ein „Steak Tartare“, rohes Rindfleisch mit Eigelb, zwiebeln und Kapern. Ein Gericht das ursprünglich aus der Mongolei kommt und das man wahlweise mit Rind oder Pferdefleisch bekommt.

Von der Terrasse aus hat hat man einen Blick auf die erste Etage der Hausnummer 17 auf der gegenüberliegenden Straßenseite. In dieser Wohnung ist Jim Morrison 1971 an einer Überdosis Heroin gestorben. Sein Grab befindet sich im Cimetière du Père Lachaise im 11 Arrondissement.

les philosophes

Les Philosophes und la chaise au plafond

10 rue du Trésor

geöffnet von 09h00 bis 2h00 nachts

Die Küche ist ab 12h00 durchgehend geöffnet

Etwas bekannter und ebenfalls mit ausgezeichneter französischer Küche sind die zusammenliegenden Restaurants „les philosophes„ und „la chaise au plafond“ (der Stuhl an der Decke) in der rue du Tresor. Hier gibt es einen Mittagstisch mit einer Auswahl an 2 oder 3 Gerichten, die aus frischen Zutaten der Region zubereitet werden. Der Besitzer dieser beiden Restaurants, Xavier Denamur, ist ein Verfechter der guten und einfachen Hausmannskost und in einem regelrechten Kreuzzug gegen die „malbouffe“ (dem schlechten Essen). Für Xavier Denamur, der sogar einen selbstfinanzierten Film zum Thema herausgebracht hat , zählen nicht nur Macdonalds und Co zum Feindbild, sondern alle Restaurants die Ihr Essen nicht selbst zubereiten, sondern fertig kaufen. Eine Praxis die leider bei vielen Restaurants in Paris Gang und gebe ist. Meiden Sie also Restaurants mit einer zu ausgiebigen Karte. Die Faustregel ist: Je weniger Auswahl, desto wahrscheinlicher ist die Küche auch hausgemacht.

Die rue du Tresor (Schatzstrasse) ist übrigens eine Sackgasse die 1882 angelegt wurde. Bei ihrem Bau wurde in einem Topf aus Kupfer ein Schatz aus dem 14 Jahrhundert gefunden, was der Strasse ihren Namen gab.

Sacha Finkelsztajn

27 rue des Rosiers

Täglich von 08h00 bis 20h00 geöffnet

(am Sabbat / samstags und an jüdischen Feiertagen geschlossen)

In der rue des rosiers, dem Zentrum der jüdischen Kultur in Paris, befinden sich neben den bekannten Falafel Restaurants „l´as du falafel“ und le roi du falafel auch ein ausgezeichnetes kleines yiddishes Restaurant und Bäckerei. In dem seit 60 Jahren familiengeführten Lokal Sacha Finkelsztajn kriegen sie gehakte Leber, Pletzel oder Sacher Torte in einer authentischen Atmosphäre.

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Legay Choc

45 rue Ste Croix la Bretonnerie

geöffnet von 0/h30 bis 20h00 (dienstags geschlossen)

Der westliche Teil des Marais entlang der rue Sainte Croix de la Bretonnerie gilt als das Schwulenviertel des Marais. Hier befindet sich eine der bemerkenswertesten Boulangeries der Stadt. Lustigerweise heisst der Besitzer Richard Legay (le gai bedeutet auf französisch „der Schwule“). Der Name des Ladens „Legay choc“ kommt also von dem Zusammenspiel aus dem Namen des Besitzers und „choc“, der Kurzform für chocolat. Der Name passt aber auch gut zu der etwas gewagten Form seines Brotes, der„Baguette magique“ (Zauberstab). Sehen Sie selbst…

2016-10-28T15:29:13+00:00